Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  NATASCHA

(getauft am 06.09.2008)

 

Das ausgeprägte Tiefdruckgebiet MATTEA befand sich am 06.09.2008 mit seinem Zentrum direkt über den Britischen Inseln. Sein Schwerpunkt verlagerte sich jedoch kaum, so dass sich an seiner wellenden Front über Deutschland ein neues, eigenständiges Tiefdruckgebiet bilden konnte, welches auf den Namen NATASCHA getauft wurde. Die Zyklone bildete sich direkt an der Luftmassengrenze zwischen subtropischen Luftmassen im Osten und ehemaliger Polarluft im Westen. Dieser Temperaturgegensatz war in der Osthälfte Deutschlands auf kleinstem Raum zu finden. Während im brandenburgischen Holzdorf eine Höchsttemperatur von 28°C gemessen wurde, waren es in Magdeburg nur noch 20°C. In der Nacht zum 07.09.2008 folgten mit der Intensivierung von NATASCHA zwischen der Odermündung und dem Erzgebirge auch größere Niederschlagsmengen. Innerhalb von 12 Stunden fielen in Chemnitz 28mm und in Berlin ebenfalls bis zu 20mm. Eingelagert in die nordostwärts gerichtete Höhenströmung verlagerte sich das Tief NATASCHA tagsüber mit seinem Zentrum schnell zum Baltikum. Damit wanderte auch der Temperaturgegensatz weiter nach Osten, so dass sich auch in der Osthälfte Deutschlands die kühleren Temperaturen durchsetzten. Dabei betrug die Temperaturabnahme gegenüber den Vortagen teilweise bis zu 9 Kelvin in Brandenburg. Mit der nach Osten voranschreitenden Luftmassengrenze verlagerten sich auch die Niederschlagsgebiete. Unterstützt von ungewöhnlich hohen Temperaturen in Südosteuropa von beispielsweise bis zu 38,6°C in Montenegro, fielen nach einem 34°C heißen Tag in der Nacht zum 08.09.2008 in Budapest 47 Liter je Quadratmeter. Die Kaltfront zog innerhalb der nächsten 24 Stunden langsam weiter nach Osten und beendete weitestgehend die Hitzewelle in Südosteuropa. Dabei entluden sich örtlich wieder teils heftige Gewitter. Im ungarischen Veszprem fielen dabei in 24 Stunden genau 100 l/m².

In den nächsten Tagen schwächte sich NATASCHA etwas ab und zog mit einer schwachen Höhenströmung über Moskau hinweg nach Wolgograd. Hier blieb NATASCHA vorerst nahezu stationär liegen. In Verbindung mit Hoch DIETER, der sich über Skandinavien gebildet hatte, führte NATASCHA zu dieser Zeit in einer nordöstlichen Strömung auf ihrer Westseite kalte Luft arktischen Ursprungs vom nördlichen Ural nach Osteuropa. Nachdem sich NATASCHA nochmals auf einen Kerndruck von unter 1000 hPa verstärkte, wanderte sie am 16.09.2008 aus dem Gebiet der Berliner Wetterkarte nach Osten ab.


Geschrieben am 16.09.2008 von Thomas Schubert

Wetterkarte: 07.09.2008

Pate: Natascha Jungbluth