Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  NIKOLAI

(getauft am 13.06.2009)

 

Am 13.06.2009 wurde das Tiefdruckgebiet NIKOLAI über dem Nordatlantik bei einer geographischen Position von ca. 50°-55° nördlicher Breite und ca. 20°-25° westlicher Länge getauft. Der Kerndruck betrug rund 1000 hPa. Vom Zentrum erstreckte sich eine Okklusionsfront (Mischfront mit Warm- und Kaltfronteigenschaften) in einem Wirbel bis zu den Britischen Inseln, wobei sich der Okklusionspunkt über England befand. In diesem Bereich der stärksten Hebung traten auch vorerst die kräftigsten Regenfälle auf. Mit einer milden Südwestströmung wurde im Warmfrontbereich subtropische Luft über Frankreich auch nach Deutschland geführt. Bei herrlichem Sonnenschein stieg in diesem Zusammenhang das Quecksilber in Paris auf 26°C im weiter südlich gelegenen Lyon sogar auf 28°C.

Derweil war über Deutschland in Küstennähe noch das Tief MARTIN aktiv. In Bremerhaven wurde am selben Tag nur eine Höchsttemperatur von 14,5°C erreicht, wohingegen sich schon die wärmere Luftmasse im Südwesten des Landes mit 25,7°C in Freiburg ankündigte.

Am 14.06. war der Kern des Tiefdruckgebietes NIKOLAI etwas weiter nach Osten vorangekommen. Dabei machten sich Ausläufer des Wirbels im Westen Deutschlands mit zeitweiligem Regen bemerkbar, der sich nach Osten hin etwas abschwächte. Im Tagesverlauf nahmen die Niederschläge, bedingt durch die Einstrahlung, zunehmend schauerartigen Charakter an und vor allem südlich des Mains traten auch einige Gewitter auf. So blitzte und donnerte es in den Abendstunden auch im Raum Wiesbaden und München. In Frankfurt brachte ein kräftiger Regenguss binnen kürzester Zeit eine Regenmenge von 18 Litern pro Quadratmeter zustande. Bei leichtem Föhneffekt stieg die Höchsttemperatur in Garmisch-Partenkirchen bis 29,2°C an, womit ein Hitzetag (>30°C) nur knapp verfehlt wurde.

Am 15.06. war das Tiefdruckgebiet NIKOLAI wenig wetteraktiv vor Irland zum letzten Mal als eigenes Druckgebilde auf der Berliner Wetterkarte zu erkennen. Im Zusammenhang mit dem neu entstandenen Tiefdruckgebiet ODIN blieb der Wettercharakter über Deutschland allerdings weiter wechselhaft.


Geschrieben am 07.07.2009 von Heiko Wiese

Wetterkarte: 13.06.2009

Pate: FU Pressestelle