Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  NORA

(getauft am 15.09.2006)

 

 

Auf der Wetterkarte vom 14.09. war über dem Nordatlantik ein kräftiges Tiefdruckgebiet erkennbar, das in den nächsten Tagen über Island zog. Das zu diesem Tief gehörende Frontensystem erreichte West-, Mittel- und Südeuropa und es bildeten sich über dem Mittelmeer mehrere Zwischentiefs. Wurde am 15.09. das westliche Mittelmeer noch von dem Tiefdruckgebiet MAIKE beherrscht, so hatte sich zum 16.09. bereits ein neues Zwischentief nördlich von Sizilien gebildet, das auf den Namen NORA getauft wurde. Der Kerndruck lag bei 1008 hPa.

NORA verlagerte sich rasch in Richtung Norden und lag am 17.09. mit ihrem Zentrum über der Poebene. Der Kerndruck war nur leicht auf 1005 hPa gesunken. Dem Norden Italiens bescherte NORA kräftige Regenfälle: In PISA fielen innerhalb von 24 Stunden 126 Liter Regen pro Quadratmeter. Dabei traten auch Gewitter auf. Auch in den Alpen regnete es kräftig: Die Liechtensteinische Hauptstadt Vaduz meldete am Morgen des 17.09. eine 12-stündige Regenmenge von 92 Liter pro Quadratmeter. Konstanz und Oberstdorf meldeten für den gleichen Zeitraum 26 bzw. 35 Liter Regen pro Quadratmeter.

Nun konnte beobachtet werden, wie sich NORA in zwei Teiltiefs aufteilte. Am Morgen des 18.09. lag NORA I mit ihrem Zentrum über der nördlichen Adria. NORA II war schnell in Richtung Norden gezogen und erreichte Hamburg. Während sich NORA II über dem Norden Deutschlands auflöste, zog NORA I weiter in das östliche Mittelmeer und wurde fortan wieder als NORA bezeichnet. Sie brachte Italien weitere Gewitter, so wurde bis zum Abend des 17.09. in Neapel eine 12-stündige Niederschlagsmenge von 36 Liter pro Quadratmeter gemessen, in Venedig waren es sogar 44 Liter. In den Alpen, insbesondere in der Schweiz, regnete es lang anhaltend und kräftig: Innerhalb von 24 Stunden fielen auf dem 1407 m hohen Napf westlich von Luzern 94 Liter Regen pro Quadratmeter. Auf dem Schauinsland im Schwarzwald wurden gar 105 Liter Regen gemessen, im Hessischen Dillenburg 103 Liter.

NORA zog weiter in Richtung Südosten und erreichte am 19.09 den Balkan. Bereits am 20.09. befand sich NORA über der Ägäis. Der Kerndruck lag weiterhin um 1010 hPa. NORA löste sich hier auf und konnte am 21.09. auf unserem Wetterkartenausschnitt nicht mehr erkannt werden.

 


Geschrieben am 16.11.2006 von Thorsten Pagenkopf

Wetterkarte: 17.09.2006         

Pate: Hans Hartmann