Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  OLINDE

(getauft am 10.04.2006)

 

 

Am 08.04. tauchte ein neues, bereits vollständig entwickeltes Tief über dem Nordosten der USA zum ersten Mal auf der Berliner Wetterkarte auf. Es zog in nur 48 Stunden bis zur Südwestküste Grönlands und wurde am 10.04. auf den Namen OLINDE getauft.

Ihr Kerndruck lag zu diesem Zeitpunkt bereits unter beachtlichen 975hPa, was auch gleichzeitig der Höhepunkt ihrer Entwicklung war. Aufgrund des starken Luftdruckgradienten gab es in der folgenden Nacht über Island starke Winde. So wurden z.B. in Reykjavik Mittelwinde (über 10 Minuten) von über 30 Knoten (ca. 60km/h) gemessen.

Am 11.04. überquerte die Okklusionsfront (d.h. die Kaltfront hatte die Warmfront bereits eingeholt) von OLINDE Großbritannien und brachte dort verbreitet Niederschlagsmengen von 3 bis 5 Liter pro Quadratmeter. Der Kerndruck hatte sich aber schon deutlich abgeschwächt und lag nur noch bei knapp 990hPa.

In Laufe des nächsten Tages zog die Okklusionsfront über Skandinavien und Deutschland hinweg. Dabei wurden in Mühlacker bei Pforzheim und Mannheim mit je 11 Liter pro Quadratmeter die höchsten Niederschlagsmengen gemessen. Auf der Zugspitze gab es bei einer Höchsttemperatur von nur -12,1°C 25cm Neuschnee.

Der 13.04. war schon der letzte Tag, an dem OLINDE auf der Berliner Wetterkarte erschien, da sie vom nachfolgenden Tief PETRA aufgenommen wurde. Damit war sie insgesamt 6 Tage dort präsent, was etwa der durchschnittlichen Lebensdauer entspricht.

 

 


Geschrieben am 31.05.2006 von Matthias Treinzen

Wetterkarte: 12.04.2006

Pate: Olinde Keller