Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  PHILODORA

(getauft am 19.06.2006)

 

 

Am 18.06. zeigte sich auf unserem europäischen Wetterkartenausschnitt über der Labrador-Halbinsel ein neues Tiefdruckgebiet, das ostwärts zog und sich am 19.06. bereits östlich von Labrador und südlich von Grönland befand. Das Tiefdruckgebiet wurde auf den Namen PHILODORA getauft.

Der Kerndruck betrug 1000 hPa. PHILODORA zog rasch weiter ostwärts und befand sich am 20.06. bereits südlich von Island. PHILODORA konnte nun als ausgeprägtes Tiefdruckgebiet auf unserer Wetterkarte erkannt werden. Der Kerndruck war stark auf  985 hPa gesunken. PHILODORA hatte sich zu einem Sturmtief entwickelt. Die Wetterstation Stornoway auf den äußeren Hebriden meldete am Morgen des 20.06. eine Windgeschwindigkeit von 28 km/h.

Am 21.06. lag PHILIDORA mit ihrem Zentrum nordwestlich der äußeren Hebriden. Der Kerndruck war weiter auf 980 hPa gesunken. Nun meldete Stornoway sogar eine Windgeschwindigkeit von 37 km/h. Die zu PHILODORA gehörende Front überstrich Großbritannien, so dass die Wetterstationen am Morgen des 21.06. 24-stündige Regenmengen zwischen knapp ½ Liter pro Quadratmeter in Bournemouth, 1 Liter in Plymouth, London und Dublin, 3 Liter in Shannon, 5 Liter in Edinburgh und 10 Liter in Stornoway meldeten. In Glasgow fielen sogar 27 Liter Regen pro Quadratmeter. Glasgow und Edinburgh meldeten zum synoptischen Beobachtungstermin um 6 Uhr Weltzeit noch Regen.

Am 22.06. erreichte PHILODORA mit ihrem Zentrum die Nordsee östlich der Orkney-Inseln. Der Kerndruck war wieder leicht auf 990 hPa gestiegen. Das Frontensystem des Tiefs PHILODORA erreichte nun auch Mitteleuropa und den Süden Skandinaviens. So meldete Bergen am Morgen des 22.06. für die vergangenen 24 Stunden eine Regenmenge von 20 Liter pro Quadratmeter. In Deutschland blieben die Niederschlagsmengen gering und lagen meist nur bei wenigen Liter pro Quadratmeter. In St. Peter-Ording fielen 8 Liter Regen pro Quadratmeter.

PHILODORA zog nun schnell in Richtung Nordosten und lag am 23.06. mit ihrem Zentrum vor dem Nordkap. Der Kerndruck betrug nun 995 hPa. Am Rande PHILODORAs floss Meeresluft subpolaren Ursprungs nach Mitteleuropa, so dass die Tageshöchstwerte der Lufttemperatur deutlich geringer waren als an den Vortagen und nur noch leicht über die 20°C-Marke stiegen: In Berlin-Tempelhof stieg die Temperatur am 23.06. auf 22,1°C. PHILODORA zog weiter nordwärts und erreichte am 24.06. Spitzbergen. Der Kerndruck betrug weiterhin um 995 hPa. Auf Spitzbergen wurde bis zum Morgen des 24.06. eine Niederschlagsmenge von 2 Liter pro Quadratmeter gemessen. Am 25.06. lag PHILIDORA mit ihrem Zentrum östlich von Spitzbergen, der Kerndruck betrug weiterhin um 995 hPa. Am 26.06. konnte PHILODORA östlich von Franz-Joseph-Land letztmalig auf unserem Wetterkartenausschnitt erkannt werden.

 


Geschrieben am 10.07.2006 von T. Pagenkopf

Wetterkarte: 22.06.2006       

Pate: Dorothea Gilde