Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  QUIRINA

(getauft am 01.12.2006)

 

 

Am Freitag, den 01.12.06 konnte sich über Irland eine Polarfrontzyklone entwickeln, die auf den Namen QUIRINA getauft wurde. Mit einem Kerndruck von knapp unter 1000 hPa verlagerte sich QUIRINA rasch mit dem Höhenströmungsfeld nach Nordosten, sodass sie in der Nacht zum 02.12. mit ihrem Zentrum bereits über dem Nordmeer vor der Küste Norwegens lag. Der Kerndruck sank dabei weiter auf 985 hPa.

Noch einen Tag zuvor gelangten auf ihrer Vorderseite mit einer südwestlichen Strömung subtropische Luftmassen nach Mitteleuropa, sodass sich die milde Witterung auch zum meteorologischen Winterbeginn in Deutschland unverändert fortsetzen konnte. So lagen die Temperaturen am 01.12. bereits um 13 Uhr in vielen Teilen Deutschlands über 10 °C.

In der Nacht zum 02.12. zog die Kaltfront von QUIRINA über Norwegen und Schweden hinweg und brachte stellenweise stärkere Niederschläge mit sich. So meldete das norwegische Bergen um 06 Uhr UTC des 02. Dezembers eine 24-stündige Niederschlagsmenge von 20 Litern. Auch in Göteborg fielen 9 Liter in 24 Stunden. Zu diesem Zeitpunkt war QUIRINA bereits okkludiert, hatte also die Kaltfront bereits die Warmfront eingeholt, was die Bildung einer Okklusionsfront zur Folge hatte.

Der Kern QUIRINAs verlagerte sich zum 03.12. nach Westen bis nach Island, wobei das Tiefdruckgebiet bereits vollständig okkludiert war. Die Okklusionsfront reichte von Island über Nordskandinavien bis nach Russland, wo der Okklusionspunkt in der Bodenwetterkarte von 01 Uhr MEZ des 03. Dezembers direkt über Wolgograd lag. QUIRINA löste sich schließlich noch am gleichen Tag auf, sodass sie am 04. Dezember nicht mehr namentlich in der Berliner Wetterkarte erwähnt wurde.                      

          


Geschrieben am 07.01.2007 von Dennis Dalter

Wetterkarte: 01.12.2006

Pate: Heidemarie Otto / TSV Rudow