Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  QUIRINE

(getauft am 14.04.2006)

 

 

 

Am 14.04. bildete sich über der Labradorsee ein neues Tief und wurde noch am gleichen Tag auf den Namen QUIRINE getauft.

Sie zog bis zum 16.04. sehr rasch über Island hinweg und sorgte dort in der Nacht für Mittelwinde (über 10 Minuten) von zeitweise über 40 Knoten, was etwa 80 Kilometer pro Stunde entspricht. Während sich das Zentrum weiter in Richtung Westen verlagerte, erreichte die Okklusionsfront (d.h. die Kaltfront hatte die Warmfront bereits eingeholt) Norwegen und brachte dort Niederschlagsmengen von z.B. 14 Liter in Trondheim und sogar 20 Liter pro Quadratmeter in Bergen innerhalb von 24 Stunden.

Auch am nächsten Tag fielen durch QUIRINE nochmals erhebliche Niederschlagsmengen in Bergen mit 22 Liter pro Quadratmeter. Währenddessen sie mit knapp unter 985hPa den tiefsten Kerndruck erreichte, drehte sie vor der norwegischen Küste nach Norden ab. Ihre lang gezogene Okklusionsfront zog aber trotzdem über Deutschland hinweg und sorgte durch labil geschichtete Luftmassen für zahlreiche Schauer und zum Teil auch Gewitter. Die gemessenen Niederschlagsmengen blieben aber durchweg einstellig.

Am 19.04. zog QUIRINE zur Ostküste Grönlands. Ihre Okklusionsfront überquerte Skandinavien aber ohne nennenswerte Regenmengen. Bis zum 21.04. blieb sie dort relativ stationär liegen und löste sich langsam auf. Mit einer Lebensdauer von 8 Tagen seit ihrer Entstehung lag QUIRINE damit über dem Durchschnitt von 4-5 Tagen.

 

 


Geschrieben am 31.05.2006 von Matthias Treinzen

Wetterkarte: 16.04.2006

Pate: Renee Weissbach