Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  ROLAND

(getauft am 01.02.2007)

 

Am 1. Februar entstand vorderseitig eines Höhentroges zwischen Island und der norwegischen Insel Jan Mayen ein Tiefdruckgebiet. Dieses war aus einer bereits bestehenden Tiefdruckwelle hervorgegangen. Da dessen zukünftige Einflüsse auf Mitteleuropa schnell deutlich wurden, wurde es noch am selben Tag auf den Namen ROLAND getauft. Seine Ausläufer breiteten sich innerhalb des Tages bis nach Luxemburg aus. Hierbei wurde subtropische Meeresluft gegen den Kontinent geführt. So lagen die Temperaturen vor der Warmfront in Ostdeutschland bei 7 bis 8 °C, während sie dahinter, in den Niederlanden, meist zweistellig waren.

Bis zum 2. Februar verlagerte sich ROLAND weiter ostwärts und erreichte mit einem Kerndruck von unter 985 hPa die Küste Norwegens. Während die Warmfront jetzt auch den östlichen Teil Deutschlands überstrich, bewegte sich die Kaltfront mit maritimer Subpolarluft im Gepäck über die Britischen Inseln hinweg. Im Warmsektor, über Deutschland, sorgte die einsickernde Nordseeluft den ganzen Tag für hochnebelartige Bewölkung.

Am Folgetag spaltete sich ROLAND auf und lag nun je zur Hälfte über der Grenze Norwegen-Finnland und dem Bottnischen Meerbusen. Während sich das zweite Teiltief nach Zentralrussland orientierte, löste sich das erste unter dem darüber liegenden Höhentief auf.

So gestärkt, kräftigte sich die Kaltfront des zweiten Tiefs zunehmend, was an Nord- und Ostsee sowie auf den Berggipfeln einiges an Sturmböen mit sich brachte. Ebenso wurden ein paar Schauer ausgelöst. Währenddessen überzog die Warmfront auch das Baltikum, woraufhin der gesamte Restschnee an Ort und Stelle dahinschmolz.

Der übrig gebliebene Teil von ROLAND lagerte am frühen Morgen des 4. Februars nördlich von Moskau. Mit einem Kerndruck von unter 1005 hPa zeigte er sich unter dem Höhentief liegend deutlich abgeschwächt. Die nun geschlossene Okklusion erreichte das Schwarze Meer und sorgte dort für eine deutliche Erwärmung. Während vor der Front Temperaturen von -11 oder gar -17°C normal waren, wurde hinter der Front schon wieder der Gefrierpunkt erklommen.

Am 5. Februar mit seinen letzten Regungen auf halber Strecke zwischen Moskau und dem Ural liegend, geriet ROLAND nun komplett in den Einfluss der unter ihm liegenden Luftmasse, der russischen Festlandsluft. Da diese Auffüllung gleichmäßig geschah, konnte sich der nötige Temperaturgegensatz nicht mehr aufbauen. ROLAND verendete noch am selben Tag.


Geschrieben am 20.03.2007 von Norbert Rupsch

Wetterkarte: ?

Pate: Matthias Brucke