Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  SASCHA

(getauft am 17.06.2003)

 

 

 

Am 15.6. entdeckten Meteorologen ein durch einen kleinen Kurzwellentrog in der Höhe entstandenes, zunächst kleines und in Frontogenese verwickeltes Tiefdrucksystem vor der amerikanischen Atlantikküste.

Am folgenden Tag hatte sich der Höhentrog weiter verstärkt. Auch am Boden wuchs das Tiefdruckgebiet, welches nun bereits über eine Okklusionsfront verfügte und sich auf dem Weg über dem zentralen Nordatlantik befand.

Am 17.6. schließlich wurde den Meteorologen klar, dass dieses Tief auch das europäische Wetter beeinflussen würde. Noch am selben Tag wurde es auf den Namen SASCHA getauft. Am 18.6. fand man das sich schnell ostwärts ziehende Tief bereits vor den Britischen Inseln, wo eine Vereinigung und anschließendes eher stationäres Verhalten mit einem zweiten Tiefdruckgebiet vorhergesagt wurde.

Außer starker Bewölkung und leichtem Regen traten jedoch keine besonderen Wetterereignisse ein. SASCHA lag nun mitten in der kräftigen Frontalzone und verlagerte sich in den nächsten 24 Stunden nordostwärts. Er erreichte um 00 UTC des 19.6. mit seinem Zentrum und einem Kerndruck von unter 985 hPa die Faröer. Dabei fiel der Luftdruck auf der Vorderseite zeitweise mit für diese Jahreszeit eher seltenen 7 hPa innerhalb von 3 Stunden. Sein zugehöriges, bereits bis zur südlichen Nordsee okkludiertes Frontensystem brachte in den Nachtstunden im westlichen Norwegen bis zu 20mm Regen (Modalen). In Deutschland fielen aber nur in Schleswig-Holstein bis zum Morgen nennenswerte Niederschlagsmengen von 1 bis 4 Liter pro Quadratmeter.

Ab dem 20.6. konnte  wieder ein Luftdruckanstieg im zu dieser Zeit vor der finnischen Küste befindlichen Tiefdrucksystem SASCHA verzeichnet werden. Begleiterscheinung seiner Position und der starken nordwestlichen Höhenströmung direkt darüber war vor allem der Einfluss kühlerer und feuchter maritimer Luft in den nordeuropäischen Raum. Während der Höhentrog mit seinen gleich gebliebenen Eigenschaften weiter ostwärts wanderte und weiterhin für einen kühlen Sommer in Europa sorgte, füllte sich SASCHA, noch immer vor Finnland stationär, fast vollständig auf und war am folgenden Tag nur noch an Überresten in der 500 hPa-Karte erkennbar. Doch auch die waren am nächsten Tag nicht mehr nachweisbar.

 


Geschrieben am 30.07.2003 von Maik Brötzmann

Wetterkarte: ?

Pate: Sascha Rinno