Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  STEFFI

(getauft am 16.02.2006)

 

 

Ein bei Neufundland entstandenes Wellentief wurde am Donnerstag, den 16.02.06 auf den Namen STEFFI getauft. Das Tiefdruckgebiet zog, in die Höhenströmung eingebettet, rasch nach Osten weiter und lag am Freitag [17.02.06] über dem Nordatlantik etwa 1500 Kilometer vom nordamerikanischen Festland entfernt. Aufgrund dieser enormen Entfernung hatten die Frontensysteme des Tiefs STEFFI keinen Einfluss auf den Wetterablauf in Europa. Auch am nächsten Tag lag der Kern des Tiefdruckgebietes über dem Nordatlantik. Zwar hatte sich der Kern dem europäischen Festland auf etwa 2000 Kilometer angenähert, die Fronten des Tiefs hatten mit der Wettergestaltung in Europa jedoch noch nichts zu tun.

Am Sonntag [19.02.06] lag das Zentrum von STEFFI über der Biscaya. Innerhalb der letzten 24 Stunden hatte sich das Tief zu einem Orkanwirbel weiterentwickelt. Der Kerndruck lag bei 985 Hektopascal und die Fronten brachten vor allem Portugal und Nordwestspanien ergiebige Niederschläge. Die Wetterstation in La Coruna registrierte zum Beispiel eine 24-stündige Niederschlagsmenge von 30 Liter pro Quadratmeter und die Station in Vila Real meldete 34 l/m².

Schon am nächsten Tag [Montag 20.02.06] befand sich das abgeschwächte und nicht mehr als Orkanwirbel zu bezeichnende Tief STEFFI mit seinem Zentrum über Nordfrankreich. Die Frontensysteme des Tiefs bestimmten das Wetter über den Benelux-Ländern und über dem westlichen Mittelmeerraum. So löste beispielsweise die Kaltfront im Mittelmeerraum Frankreich-Italien einige starke Gewitter aus. Damit Verbunden konnten Teils sehr große Niederschlagsmengen gemeldet werden. Die Station in Florenz [Italien] verzeichnete eine 24-stündige Niederschlagsmenge von 17 l/m², Lyon [Frankreich] 24 l/m² und im Südstau der Alpen konnten bei Locarno sogar 61 Liter pro Quadratmeter gemessen werden.

Im Laufe dieses Tages spaltete sich der Wirbel in zwei Teiltiefdruckgebiete auf. Während STEFFI (I) über Nordwestfrankreich liegen blieb, zog STEFFI (II) entlang der Alpennordseite in Richtung Polen weiter.

Am Dienstag [21.02.06] hatte das Tiefdruckensemble STEFFI(I)–STEFFI(II) ganz Mitteleuropa unter seiner Kontrolle. Während im Süden Deutschlands die Temperaturen bei 3 bis 6 Stunden Sonnenscheindauer auf 10°C ansteigen konnten, blieb es im sonnenlosen Norden Deutschlands mit 1-3°C vergleichsweise kühl. Der wesentliche Niederschlag in Deutschland fiel in Form von Schnee im Mittelgebirgsraum. Die Wetterstationen dort registrierten 12-28 l/m² in 24 Stunden. Auf dem Brocken stieg die Gesamtschneehöhe durch 10 cm Neuschnee auf 234 cm an.

Im Raum der südfranzösischen Mittelmeerküste löste sich am Mittwoch, den 22.02.06 der Wirbel STEFFI(I) auf. STEFFI(II) hatte sich jedoch über Polen etabliert und sorgte in den frühen Morgenstunden in Polen und Weißrussland durch großflächige und dichte Nebelgebiete für Sichtbehinderung.

Am Donnerstag [23.02.06] lag STEFFI über Russland, dort schneite es verbreitet den ganzen Tag. In Moskau lag die Schneehöhe mittlerweile bei 53 cm. Im Laufe dieses Tages zog der Wirbel weiter ostwärts und verschwand schließlich am 25.02.2006 aus dem Auszugsgebiet der Berliner Wetterkarte.

 


Geschrieben am 07.03.3006 von Ronny Büttner

Wetterkarte: 20.02.2006

Pate: Jürgen Seidel