Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  SUSANN

(getauft am 02.12.2006)

 

 

Ein über der Nordsee entstandenes Tiefdruckgebiet wurde am Montag, den 02.12.2006 auf den Namen SUSANN getauft. Am Tag seiner Taufe lag das Zentrum des Tiefs etwa 200 Kilometer westlich der dänischen Nordseeküste.

Deutschland profitierte von dieser Lage des Tiefs, denn die Frontensysteme des Tiefdruckgebietes schaufelten auf dessen Vorderseite milde Luft in die Bundesrepublik. So lag die Höchsttemperatur an diesem Tag verbreitet bei Werten um 10°C. Der Niederschlag konzentrierte sich auf den äußersten Nordwesten Deutschlands. Auf Norderney wurden innerhalb von 6 Stunden 6 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Wesentlich mehr Regen wurde, von der nach Norden ziehenden Warmfront des Tiefdruckwirbels, in Südnorwegen ausgelöst. An den Bergen setzte Stauregen ein, welcher sich über Stunden hielt. So ist es kaum verwunderlich, dass verbreitet mehr als 20 Liter Regen registriert wurden. Die Station in Takle meldete sogar 41,2 Liter Niederschlag. Die Front zog weiter nach Norden und so meldete später auch die Station Bergen in Norwegen eine 24-stündige Niederschlagsmenge von 40 Liter pro Quadratmeter. Dennoch stieg das Thermometer selbst dort auf 10°C. Dies ist zu dieser Jahreszeit in solch hohen Breiten ein eher seltenes Ereignis.

Am Sonntag, den 03.12.2006 lag das Zentrum des Tiefdruckwirbels bereits vor der Westküste Zentralnorwegens. Die Fronten des Tiefs bestimmten an diesem Tag den Wetterablauf über Deutschland, Polen, den Baltischen Staaten und über Skandinavien. Die Zufuhr milder Luft hielt dabei weiter an.

Im Breisgau stieg das Thermometer daher stellenweise auf über 17 Grad Celsius. Doch selbst entlang der deutschen Nord- und Ostseeküste lag die Höchsttemperatur bei über 10°C. Diese Werte sind, gemessen am 30-jährigen Durchschnitt, eindeutig zu mild für Anfang Dezember.

Am Montag, den 04.12.2006 war unser Tief bereits in Nordrussland angekommen. SUSANN war also über Norwegen und Finnland hinweg nach Osten gezogen. Die Wetteraktivität beschränkte sich dann auch auf diesen Bereich. Nordrussland meldete verbreitet mäßigen bis starken Schneefall. Dennoch hatte SUSANN auf ihrem Weg nach Nordostrussland einiges an Energie verloren.

Das Tief zog unter weiterer Abschwächung nach Osten und verschwand am 05.12.2006 aus dem Einzugsbereich unserer Wetterkarte.

 


Geschrieben am 13.12.2006 von Ronny Büttner

Wetterkarte: 02.12.2006

Pate: Susann Treppenhauer