Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  SYLTA

(getauft am 06.10.2006)

 

Am Freitag, den 06.10.2006 wurde ein Wellentief mit Kern etwa 400 Kilometer östlich von Neufundland auf den Namen SYLTA getauft. Der Tiefdruckwirbel selbst hatte jedoch noch keinen Einfluss auf den Wetterablauf in Europa.

Schon am folgenden Tag war SYLTA zu einem kräftigen Sturmtief herangewachsen und weiter nach Osten gezogen. Der Kerndruck lag bei 975 Hektopascal und das Zentrum des Tiefs befand sich über dem mittleren Nordatlantik.

Am Sonntag, den 08.10.2006 lag das Sturmtief 500 Kilometer südlich von Reykjavik (Island). Seine Frontensysteme streiften den Nordwestdeutschen Küstenraum und lenkten dabei viele Wolken in die norddeutsche Tiefebene. Zwar brachte das Tief keinen Regen nach Norddeutschland, aber an der Nordseeküste sank wegen der kompakten Wolkendecke die Temperatur auch in der Nacht nur örtlich auf unter 10°C. Auf Helgoland wurde beispielsweise eine Tiefsttemperatur von 14°C gemessen, während in Mittel- und Süddeutschland Tiefstwerte von 7 bis 4°C registriert wurden. SYLTA war an diesem Tag außerdem wetterbestimmend für Island, Irland, Großbritannien, Südnorwegen und Dänemark.

Am Montag, den 09.10.2006 lag der Tiefdruckwirbel vor der südlichen isländischen Atlantikküste. Die zum System SYLTA gehörende Kaltfront kam aber nur noch bis zur Nordseeküste und löste sich dort im späteren Tagesverlauf auf. In der Nacht zum Dienstag griff dann jedoch ein anderes Frontensystem auf Deutschland über und brachte etwas Regen. So fielen beispielsweise im Aachener Raum bis zu 6 Liter Regen auf den Quadratmeter. Der meiste Niederschlag fiel jedoch in Brüssel, dort wurden innerhalb von 6 Stunden bis zu 10 Liter Niederschlag pro Quadratmeter registriert.

Am Dienstag, den 10.10.2006 befand sich das Zentrum des Tiefdruckgebietes zwischen Island und der kleinen Inselgruppe Jan Mayen. SYLTA war also weiter nach Nordosten gezogen. Des Weiteren hatte sich das Tief etwas abgeschwächt und wurde daher nun nicht mehr als Sturmtief angesehen. Mit seinen Frontensystemen bestimmte SYLTA den Wetterablauf über Island, Irland, Großbritannien, den Benelux Ländern, Norwegen, Südschweden, Dänemark und über Polen. In diesen Ländern fiel verbreitet Regen und in Nordpolen bildeten sich auch zum Teil dichte Nebelfelder welche sich erst im späten Tagesverlauf auflösten.

SYLTA zog weiter nach Nordosten und befand sich am Mittwoch, den 11.10.2006 zwischen der Inselgruppe Jan Mayen und der hoch im Norden liegenden Insel Spitzbergen. Die Wetteraktivität des Tiefs beschränkte sich nun auf Nordnorwegen und Nordschweden.

In den späten Stunden des folgenden Tages verschwand SYLTA dann schließlich aus dem Auszugsgebiet unserer Wetterkarte. 

 


Geschrieben am 18.10.2006 von Ronny Büttner

Wetterkarte: 10.10.2006

Pate: Sylta