Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  THERESIA

(getauft am 19.04.2006)

 

 

Am 18.4. zeigte sich vor Labrador die Entstehung eines neuen Tiefdruckgebietes, das am 19.4. auf den Namen THERESIA getauft wurde.

THERESIA befand sich am 19.4. östlich von Labrador. Der Kerndruck betrug hier 1005 hPa. In den folgenden Tagen zog THERESIA ostwärts in Richtung Europa, verstärkte sich jedoch kaum. Am 20.4. hatte THERESIA bereits die Azoren nördlich passiert und steuerte auf Irland und den Golf von Biskaya zu, den THERESIA am 21.4. erreichte. Nun konnte das Tief als deutlich ausgeprägtes Tiefdruckgebiet erkannt werden, das den gesamten Golf von Biskaya erfasst hatte, der Kerndruck betrug knapp 1000 hPa.

Die zu THERESIA gehörende Kaltfront erreichte am Abend des 20.4. die Iberische Halbinsel. Dem Nordwesten Spaniens und Portugals brachte sie vor allem in der Nacht kräftigen Regen: In La Coruna fielen 17 Liter pro Quadratmeter, in Vigo sogar 28 Liter pro Quadratmeter. Aber auch Brest meldete am Morgen des 21.4. eine Niederschlagsmenge von 2 Liter pro Quadratmeter. THERESIA verlagerte sich nun südwestwärts und lag am 22.4. mit ihrem Zentrum über Nordportugal. Der Kerndruck war wieder leicht auf knapp 1005 hPa angestiegen. Das Tiefdruckgebiet THERESIA hatte seine stärkste Ausprägung bereits erreicht. Dem Norden Portugals und auch Teilen Spaniens brachte THERESIA erneut ergiebigen Niederschlag: In Ovar südlich von Porto wurde eine 24 stündige Niederschlagsmenge von 51 Liter pro Quadratmeter gemessen. In La Coruna fielen im gleichen Zeitraum 26 Liter pro Quadratmeter, in Lissabon fielen noch 9 Liter pro Quadratmeter.

THERESIA zog weiter Richtung Nordafrika und erreichte am 23.4. die Küste Marokkos. Der Kerndruck betrug knapp 1010 hPa. Im Südosten Spaniens fielen bis zum Morgen des 23.4. gebietsweise 10 Liter Regen  pro Quadratmeter, in Almeria fielen sogar 27 Liter pro Quadratmeter. Am Morgen des 23.4. meldete Malaga Regen bei einer 24-stündigen Niederschlagsmenge von 7 Liter pro Quadratmeter.

THERESIA blieb für die folgenden Tage für das westliche Mittelmeer und Nordafrika wetterbestimmend. Am 24.4. befand sich THERESIA mit ihrem Zentrum südlich von Algier, der Kerndruck war wieder leicht auf 1005 hPa gesunken. Im Süden Spaniens und in Marokko traten kräftige Schauer und Gewitter auf, sodass die 24-stündige Niederschlagsmenge in Sevilla 29 Liter pro Quadratmeter, in Tetuan sogar 39 Liter pro Quadratmeter betrug.

THERESIA verlagerte sich nun nordwärts und befand sich am 25.4. mit ihrem Zentrum nördlich von Algier. Der Kerndruck betrug hier 1008 hPa. Sie führte tropische Festlandsluft aus dem Süden nach Algerien und Tunesien: In Constantine und El-Qued (Algerien) wurden 32,5°C gemessen, im Tunesischen Kebili sogar 33,5°C. THERESIA zog nun entlang der nordafrikanischen Mittelmeerküste Richtung Osten. Am 26.4. erreichte das Zentrum THERESIAS Tunesien, am 27.4. das östliche Libyen. Der Kerndruck lag hier um 1005 hPa. Im nördlichen Algerien traten verbreitet Schauer auf, die häufig mit Gewittern verbunden waren. Dabei wurden Niederschlagsmengen bis zu 30 Liter pro Quadratmeter gemessen.

Am 28.4. erreichte THERESIA Ägypten, am 29.4. befand sich das Zentrum von THERESIA nördlich des Nildeltas. Der Luftdruck lag weiterhin um 1005 hPa. Am 30.4. konnte THERESIA über Zypern und der Südküste der Türkei letztmalig auf unserem Wetterkartenausschnitt erkannt werden.

 

 


Geschrieben am 08.05.2006 von Thorsten Pagenkopf

Wetterkarte: 21.04.2006                

Pate: Theresia Lindl