Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  TINA

(getauft am 02.12.2006)

 

Das Tiefdruckgebiet TINA wurde am 02.12.2006 in der Gegend um Montreal in Kanada, am westlichsten Rand der Berliner Wetterkarte, getauft. Im Schlepptau von Steuerungszyklone ROSA südlich von Grönland und mit einem Kerndruck von 995 hPa machte sich Tief TINA auf den Weg in Richtung Europa.

Als TINA am 03.12. zwischen Neufundland und Irland lag, war der Luftdruck im Zentrum schon auf 975 hPa abgefallen. Im Laufe des 04. Dezember erreichte dann das Frontensystem von TINA, der Kerndruck hatte den Tiefstwert von 970 hPa erreicht, das Europäische Festland. Während des Durchzugs der Warmfront wurden in der Nacht vor allem im Süden Deutschlands und im Stau der Gebirge beachtliche Regenmengen gemessen. So zum Beispiel im Schwarzwald, Bayerischen Wald oder Vaduz, der Hauptstadt Liechtensteins, wo stellenweise um 30 mm Niederschlag registriert wurden. Der Warmfront folgten dann Sturmböen im Bereich von Nord- und Ostsee und beachtliche Orkanböen auf dem Brocken mit bis zu 140 km/h.

Am 05. Dezember lag das Zentrum von Tiefdruckgebiet TINA über dem Norden der Britischen Inseln. Die durch TINA herangeführte subtropische Meeresluft sorgte an diesem Tag in ganz Deutschland für deutlich zu milde Temperaturen. So wurde vielerorts die 15°C-Marke überschritten, im Oberrheingraben in Lahr wurde ein Höchstwert von 18,5°C erreicht.  Infolgedessen lag dann in der Nacht zum 06. Dezember die Tiefsttemperatur verbreitet über 10°C. In Holzdorf im östlichen Sachsen-Anhalt fiel das Quecksilber nicht unter 13,1°C ab, ein sehr seltener Tiefstwert im Dezember! Am frühen Morgen des 06. Dezember zog schließlich die Kaltfront von Tief TINA, die nun schon mit ihrem Zentrum über Südnorwegen lag, über Deutschland hinweg und brachte auf ihrer Rückseite eine Abkühlung um etwa 5°C mit sich. Auf den höchsten Bergen der Mittelgebirge fiel sogar etwas Schnee.

Am 07. Dezember hatte sich TINA bis zur Halbinsel Kola im Nordwesten Russlands verlagert. Der Einflussbereich von Tiefdruckgebiet TINA reichte trotz Abschwächung, der Druck hatte sich auf 985 hPa aufgefüllt, bis weit nach Osteuropa in den Kontinent hinein. In Moskau wurde ein Maximum von 7°C gemessen und frostige Temperaturen waren erst wieder am Ural und dem Nordmeer anzutreffen. Am 08. Dezember nahm Tief TINA Abschied. Sie verschwand mit einem Kerndruck von 995 hPa am östlichsten Teil der Berliner Wetterkarte in Richtung Sibirien.


Geschrieben am 23.12.2006 von Andreas Blei

Wetterkarte: 06.12.2006

Pate: Peter Stollberg