Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet VALLY

(getauft am 11.07.2006)

 

 

Das Tiefdruckgebiet VALLY entstand am 11.07. an der Südspitze Grönlands mit einem Kerndruck von rund 990 hPa. In den darauf folgenden 24 Stunden verlagerte sich der Wirbel ostwärts bis nach Island, wobei an seiner Rückseite ein Schwall frischer Meeresluft arktischen Ursprungs unter leichter Erwärmung bis zu den Britischen Inseln gelangte. Innerhalb dieser Rückseitenkaltluft entwickelte sich auch die Hochzelle BRUNO.

VALLY zog weiter Richtung Nordosten. Damit setzte sich die Zufuhr sehr feuchter Luftmassen wie auch schon durch die Tiefs TINA und UTE nach Norwegen fort, wodurch es in den Bergen in den vergangen drei Tagen insgesamt um 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gab.

Die Kaltfront des Tiefdruckgebietes VALLY überquerte zum 14.07. Norddeutschland und verschmolz dabei mit dem vorangegangen Frontensystem von Tief UTE. Das Frontensystem von UTE verlagerte sich nur langsam nach Süden und es kam zu einem starken Temperaturgradienten auf der Rückseite. So hatte in der Nacht zum 14.07. die pseudopotentielle Temperatur Werte von 63°C in Stuttgart, während über Schleswig im Bereich der einfließenden und unter Hochdruckeinfluss absinkenden subpolaren Meeresluft der entsprechende Temperaturwert bei 24°C lag. Daher kühlte es sich in Schleswig-Holstein in der Nacht auf unter 10°C ab. Am kühlsten war es an der Station Hohn mit 8°C, am Boden (5 cm Höhe) sank die Temperatur sogar bis auf 5°C.

Im Bereich der schwülen und warmen Luft entstanden am Nachmittag und Abend zuvor verbreitet Schauer und Gewitter, die jedoch nur örtlich ergiebigen Regen brachten. Eine Zelle entwickelte sich wenig südlich von Berlin, wo an der Station Bestensee (Königs-Wusterhausen) 31,3 l/m² gemessen wurde. Auch im Osten Berlins gab es einigen Niederschlag: In Buch 9,0 und in Kaniswall 15,0 l/m². Eine ausgeprägte Zelle entwickelte sich offensichtlich an der Elbe zwischen Torgau und Wittenberg, wo an der Station Axien 54,8 l/m² gemessen wurden. In Bad Liebenwerder wurden noch 23,9 l/m² ermittelt.

VALLY zog bis zum 15.07. weiter nach Nordosten bis zur Barentsee und konnte ab dem 17.07. nicht mehr in der Berliner Wetterkarte analysiert werden.

 


Geschrieben am 21.08.2006 von Christopher Kadow

Wetterkarte: 12.07.2006

Pate: Vally Lambert-Sowa