Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  WALLY

(getauft am 26.07.2006)

 

 

 

Mit dem Kern über der Iberischen Halbinsel bildete sich am Mittwoch, den 26.07.06 ein Gewittertief, das auf den Namen WALLY getauft wurde.

Während zu dieser Zeit noch Hoch EILBERTUS das Wettergeschehen in Deutschland sowie in vielen Teilen Mitteleuropas bestimmte und für Hitze mit Temperaturen an die 35°C sorgte, verlagerte sich das flache Gewittertief WALLY mit einem Kerndruck von fast 1014 hPa rasch nach Nordosten, sodass es am 27.07. bereits den Westen Deutschlands erreichte. Auf dem Weg dahin entstanden an der Kaltfront von WALLY zahlreiche Gewitter, die in der Nacht bereits dem französischen Orleans innerhalb von 12 Stunden 37 Liter pro Quadratmeter Niederschlag bescherten. 

Am Nachmittag des 27.07. führte WALLY auch in Deutschland örtlich zu schweren Gewittern und Schauern, die sich jedoch westlich der Elbe hielten und so der Osten Deutschlands zunächst weitestgehend trocken blieb. Bad Salzuflen meldete eine Niederschlagsmenge von 36 Litern pro Quadratmeter und auf der Wasserkuppe in der Rhön fielen sogar 42 Liter. In der Nacht zum 28.07. lösten sich die Gewitter auf und Restwolken zogen weiter nach Osten, sodass die thermische Ausstrahlung gehemmt wurde und aus diesem Grund die Tiefstwerte in Berlin und Brandenburg relativ hoch blieben. Die Station am Flughafen Berlin-Tegel meldete mit 23,3°C das höchste Minimum von Deutschland.

Am Mittag des 28.08. lag Tief WALLY mit ihrer Konvergenzzone bereits über dem Bayerischen Wald und auf ihrer Rückseite lagen die Temperaturen zwischen 24°C und 28°C, also deutlich kühler im Vergleich zu den Vortagen. In Berlin hingegen, wo die Konvergenzzone bis Freitagmittag noch nicht durchgezogen war, konnte die Temperatur trotz zunehmender Bewölkung nochmals auf knapp über 32°C ansteigen. Am 28.07. wurde vor allem das rheinische Schiefergebirge von kräftigen Schauern und Gewittern heimgesucht. In Gießen fiel innerhalb von 24 Stunden eine beträchtliche Niederschlagsmenge von 91,9 l/m². Durch die weitere Verlagerung nach Osten kam es auch in Thüringen örtlich zu starken Schauern. Dort wurde an einer Station mit 94,8 Litern pro Quadratmeter die maximale Niederschlagsmenge in 24 Stunden gemessen. Das entspricht 9 ½ große Eimer Wasser, die auf einen Quadratmeter gekippt werden.

Erst gegen Abend setzten auch die ersten Schauer und Gewitter östlich der Elbe ein, die anfangs zunächst noch schwach waren, aber sich in der zweiten Nachthälfte verstärkten. Die Niederschlagsmenge lag im Schnitt zwischen 10-20 l/m².

Am 29.07. zog WALLY weiter in östliche Richtung nach Polen, sodass in der darauf folgenden Nacht ihr Zentrum wenig westlich von Warschau lag. Am Nachmittag und Abend entwickelten sich auf der Rückseite der dazugehörigen Konvergenzzone im Osten Deutschlands und in Teilen Polens nochmals Schauer und Gewitter, die jedoch meist nur geringe Niederschlagsmengen brachten. In Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern dagegen bildeten sich am Mittag kräftige Schauer- und Gewitterzellen, die im Raum Schwerin zu 61,5 Litern pro Quadratmetern innerhalb einer Stunde führten.    

In den folgenden Tagen zog WALLY weiter über die Ukraine nach Russland ab und beeinflusste ab dem 30.07. das Wettergeschehen über Mitteleuropa und Deutschland nicht mehr.     

          


Geschrieben am 21.08.2006 von Dennis Dalter

Wetterkarte: 28.07.2006

Pate: Edeltraud Struck