Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  WIEKE

(getauft am 12.02.2004)

 

 

 

Am 11. Februar entstand durch einen Trogvorstoß aus dem Polargebiet nördlich von Spitzbergen ein Tiefdruckgebiet mit einem Kerndruck von unter 985 hPa, welches am 12. Februar südwestlich von Spitzbergen lag und auf den Namen WIEKE getauft wurde.

Der Frontenzug von WIEKE reichte dabei am 12. Februar von Spitzbergen über die Niederlande bis Süditalien. WIEKE trennte milde und feuchte Meeresluft von trockener und kalter Festlandsluft. So sorgte WIEKE auf ihrem Weg nach Osten für eine Milderung von Nord- bis Mitteleuropa. Am stärksten fiel die Milderung in Nordskandinavien aus. Hier wurden verbreitet Temperaturanstiege von mehr als 20 Kelvin (20°C) registriert. Nordöstlich von Trondheim stieg die Temperatur von –32°C am 11. Februar auf +1°C am 13. Februar und am finnischen Meerbusen von –29°C auf -7°C.

Auch in Deutschland trennte WIEKE milde und feuchte Nordseeluft von trockener und kalter Festlandsluft. Jedoch war der Temperaturanstieg nicht so dramatisch wie in Nordskandinavien. So stieg die Temperatur am Morgen des 13. Februars lediglich auf 0°C (Neuruppin), während in der Nacht zuvor noch –4°C registriert wurden. Die Niederschlagsmengen fielen gering aus. In Deutschland wurde beim Durchgang von WIEKEs Warmfront nur leichter Regen oder Sprühregen registriert (z.B. Hannover Sprühregen 0,9mm in 24 Stunden). Nur im Stau der Mittelgebirge waren die Niederschläge etwas kräftiger (z.B. Brocken gefrierender Sprühregen 4mm in 24 Stunden). Auch im übrigen Europa waren die Niederschlagsmengen eher gering (z.B. Göteborg Regen 0,8mm in 24 Stunden). WIEKE füllte sich im weiteren Verlauf immer mehr auf.

Der 13. Februar war das letzte Mal, dass WIEKE auf der Berliner Wetterkarte namentlich erwähnt wurde, ihr Kern lag zu diesem Zeitpunkt südöstlich von Spitzbergen und hatte einen Kerndruck von ca. 1005 hPa.

 


Geschrieben am 23.02.2004 von Thomas Schartner

Wetterkarte: 12.02.2004

Pate: Uwe Mutscher