Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  XANTHIPPE

(getauft am 29.04.2006)

 

 

 

Am 29.04.2006 löste sich im 500hPa-Niveau aus einem Höhentrog ein Kaltlufttropfen, am Boden bildete sich über den westlichen Alpen ein dazu korrespondierendes Tiefdruckgebiet, welches auf den Namen XANTHIPPE getauft wurde.

Dabei wurden Hebungsprozesse ausgelöst, die zu ergiebigen Niederschlägen und starkem Schneefall führten. In Lüchow fielen so 19 Liter pro Quadratmeter in 12 Stunden, auf dem Brocken erhöhte sich die Schneedecke auf 53 cm. Die auf der Vorderseite des Tiefs XANTHIPPE nach Norden vordringenden feuchtwarmen Luftmassen führten zu ergiebigen Niederschlägen in Bayern und Österreich. So fielen, zum Beispiel in Salzburg in 24 Stunden 31 Liter pro Quadratmeter. Auf seiner Rückseite führte das Tief XANTHIPPE kalte Luft subpolaren Ursprungs über Frankreich hinweg bis zur Iberischen Halbinsel, wo die Temperaturen in der Nacht bis auf 4ºC in Madrid zurückgingen.

Am 30.04.2006 kam es in Österreich bis in die Alpentäler hinein zu starken Schneefällen, zum Beispiel 44 mm in 12 Stunden in Kötschach-Mauten in Kärnten. XANTHIPPE erreichte mit 1005 hPa zu diesem Zeitpunkt ihren niedrigsten Kerndruck.

Bis zum 01.05.2006 veränderte das Tief XANTHIPPE seine Lage nur sehr wenig, die Gebiete mit lang anhaltenden Niederschlägen dehnten sich nach Norden Richtung Oder und Weichsel aus. Am 02.05.2006 löste sich XANTHIPPE, immer noch mit Zentrum über Nord-Italien, auf.

 


Geschrieben am 17.06.2006 von Anne Matthiesen

Wetterkarte:30.04.2006

Pate: Tobias Kraus