Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  ZANDER

(getauft am 01.07.2003)

 

 

ZANDER entstand über Frankreich aus einer Welle an der Kaltfront des Steuerungstiefs XANTHOS. In Folge der Entstehung von ZANDER bildete sich über dem Rhonetal ein Warmluftvorstoß nach Norden. Diese Warmluft setzte sich bereits am 02.07.2003 im Breisgau durch, sodass dort die Tageshöchsttemperaturen wieder nahe der 25°C – Marke lagen.

Das Wellentief ZANDER verlagerte sich zur Ostsee und bezog das alte Nordseetief YORCK in seine Zirkulation mit ein, sodass nun ein umfangreicher Tiefdruckwirbel über der Ostsee mit Zentrum über Gotland vorhanden war. An der Südostseite von ZANDER gelangte heiße Luft tropischen Ursprungs zur Balkanhalbinsel. In Bukarest lag die Höchsttemperatur bei 38°C, weiter südlich in La Rousse sogar bis 39,5°C und selbst in Marina di Ginosa im Süden Italiens wurde ein Maximum von fast 40°C erreicht.

In den Folgetagen verlagerte sich ZANDER nur wenig, sodass seine Fronten vollständig okkludierten. Der Okklusionsschwanz bewegte sich am 04.07.2003 und 05.07.2003 über Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hinweg nach Nordwestpolen. In diesen Gebieten führte die Labilisierung (relativ kühle Luft in der mittleren Troposphäre im Verhältnis zur Bodentemperatur) zu ausgedehnten schauerartigen Niederschlägen, so wurden z.B. innerhalb von 12 Stunden in Rostock-Warnemünde 17 Liter und Barth sogar 27 Liter pro Quadratmeter gemessen.

Am 06.07.2003 zog ZANDER nach Nordostpolen, sodass wolkenreiche Meeresluft (mPs) nach Deutschland einfließen konnte. In einem Streifen von der Nordsee bis nach Sachsen wurden nur Tageshöchsttemperaturen von 16°C bis 20°C gemessen. Bis zum 09.07.2003 bewegte sich ZANDER über Weißrussland zum Schwarzen Meer, wo es im Raum Kiew von einem ausgeprägten Höhenwirbel erfasst worden ist und sich dadurch wieder verstärkte. Am 10.07.2003 bewegte sich ZANDER wieder nach Norden und schwächte sich aufgrund des nachlassenden Höhenwirbels wieder ab. Dadurch brachte Zander bei St. Petersburg z.T. länger anhaltenden Regen, so fiel in Narva  47 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden. Bis zum 14.07.2003 blieb ZANDER mehr oder weniger ortsfest über Westrussland liegen und löste sich dort in der Nacht zum 14.07 2003 auf.


Geschrieben am 10.11.2003 von Ingmar Behrendt und Norina Bähr

Wetterkarte: 04.07.2003

Pate: FU Berlin