Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  ZENON

(getauft am 26.02.2009)

 

Bereits am 25.02. zeigte sich über dem westlichen Nordatlantik ein neues Tiefdruckgebiet, das am Folgetag auf den Namen ZENON getauft wurde.

Am 26.02. befand sich ZENON vor der Südspitze Grönlands, wobei der Kerndruck bei circa 990 hPa lag. Kurze Zeit später erreichte ein Kern des Wirbels die Westküste Islands, der mit einem Kerndruck von etwa 995 hPa etwas stärker als der weiter südwestlich gelegene zweite Kern ausgebildet war.

Am 28.02. schloss sich die Dipolstruktur des Wirbels wieder zu einem Zentrum vor Reykjavik zusammen. Während das Tief über Island Richtung Jan Mayen zog, lösten die Hebungsprozesse entlang der Okklusionsfront Wolkenbildung und Niederschläge aus. In diesem Zusammenhang meldete die Wetterstation auf Jan Mayen am Morgen des 01.03. leichten Schneefall.

Das zu ZENON gehörende Frontensystem erreichte nun auch die Skandinavische Halbinsel, womit es auch in Oslo zu schneien begann. Bis zum 7-Uhr-Termin am 01.03. fielen in hier 2 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, in Bergen sogar 9 Liter pro Quadratmeter, wobei sich vor allem in Küstennähe aufgrund der milderen Meeresluft zunehmend Regen unter den Schnee mischte. Am 02.03. spaltete sich das Tief ZENON sogar in drei Teiltiefdruckgebiete auf, wobei ZENON I vor Jan Mayen, ZENON II vor der Mittelnorwegischen Küste und ZENON III über der Nordsee lag.

Letztgenanntes Teiltief brachte auch in Deutschland mäßige Niederschläge. So fielen in Cuxhaven bis zum Morgen des 02.03. 2 Liter pro Quadratmeter, auf Helgoland 4 Liter pro Quadratmeter, und in List auf Sylt 9 Liter pro Quadratmeter. Fast in ganz Deutschland herrschte tagsüber starke Bewölkung vor und immer wieder kam es zu meist leichten Regenfällen. Die maximalen Niederschlagsmengen wurden dabei im Nordseeumfeld in der Nähe des Tiefkerns registriert, da hier die Hebungsprozesse am stärksten ausgeprägt waren. Bei schwachem bis mäßigen West- bis Südwestwind lagen die Höchsttemperaturen bei Werten um 10°C, in Genthin mit 11°C sogar noch etwas darüber. Die auf der Vorderseite des Tiefs nordwärts transportierte Warmluft ließ die Niederschläge nur noch in den höheren Mittelgebirgslagen als Schnee fallen. Nach Frontpassage zeigte sich am Nachmittag im Westen des Landes auch etwas die Sonne.

ZENON zog anschließend nordostwärts und erreichte die nördlichen Bereiche des Europäischen Nordmeers, bevor das Tief am 04.03. zwischen Grönland und Spitzbergen letztmalig auf den Europäischen Wetterkarten analysiert werden konnte.


Geschrieben am 21.03.2009 von T. Pagenkopf

Wetterkarte: 02.03.2009

Pate: Alexander Herber