Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  ZENZI

(getauft am 04.03.2006)

 

 

 

Am 02.03. tauchte ein neues Tief nördlich von Spitzbergen zum ersten Mal auf der Berliner Wetterkarte auf. Es zog am nächsten Tag über die Insel hinweg und brachte dabei kurzzeitig starken Schneefall mit nur geringen Niederschlagsmengen (unter 1 Liter pro Quadratmeter).

Am 04.03. wurde das Tief dann auf den Namen ZENZI getauft. Mit einem Kerndruck von unter 995hPa lag es inzwischen schon vor der Westküste Norwegens. In der darauf folgenden Nacht erreichte ZENZI den Nordwesten Deutschlands und brachte diesem bis in den Vormittag hinein durch Starkschneefälle zum Teil beachtliche Neuschneemengen. Diese erhöhten z.B. in Schleswig und Kiel die Gesamtschneehöhen auf 27 bzw. 29cm. Dort fielen die Temperaturen in der Nacht bis -15°C und blieben auch am Tage im Frostbereich.

Am Abend und in der ersten Nachthälfte zum 06.03. zogen Schauerketten über Berlin hinweg und brachten z.B. in Dahlem 6cm Neuschnee. Durch die auf der Rückseite eingeflossene Kaltluft und der durch die geringe Bewölkung bedingten starken Ausstrahlung sanken die Tiefsttemperaturen in Norddeutschland vereinzelt bis unter -20°C.

Am 07.03. lag das Zentrum von ZENZI über Südfinnland und hatte sich allmählich auf einen Kerndruck von 1005hPa abgeschwächt. Das zeigt sich besonders deutlich auf der Bodenwetterkarte des nächsten Tages, auf der keine Fronten mehr von ZENZI zu erkennen waren. In der Höhe war sie aber noch vorhanden und brachte zum letzten Mal leichten, aber anhaltenden Schneefall (z.B. in Archangelsk, Russland, mit 0,5 Liter pro Quadratmeter). Der 09.03. war dann auch der letzte Tag, an dem ZENZI auf der Bodenwetterkarte eingetragen wurde.

Mit einer Lebensdauer von 8 Tagen seit ihrem ersten Auftauchen auf der Berliner Wetterkarte lag ZENZI damit über dem Durchschnitt von 4-5 Tagen.

 

 


Geschrieben am 02.04.2006 von Matthias Treinzen

Wetterkarte: 05.03.2006

Pate: Christa Ewald