Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  ZHARA

(getauft am 12.12.2006)

 

 

Im Laufe des 11.12. bildete sich südlich der Bermudas ein neues Tief, welches am nächsten Tag auf den Namen ZHARA getauft wurde. Von einem anfänglichen Kerndruck von 1015hPa verstärkte sich ZHARA innerhalb von nur 24 Stunden auf unter 990hPa. Ihre Warmfront erreichte bereits in der Nacht zum 13.12. Irland und Großbritannien. Bis 6Uhr UTC (7Uhr MEZ) wurden in Glasgow 20 und in Edinburgh 10 Liter pro Quadratmeter registriert.

Im Tagesverlauf entwickelte sich ZHARA zu einem Sturmtief. Der Kerndruck fiel weiter auf unter 970hPa und die extremen Luftdruckgegensätze nahmen auf einer relativ kurzen Entfernung beachtliche Ausmaße an: 970hPa von den Färöer Inseln bis hin zu 1030hPa über Paris. Dementsprechend waren in diesem Gebiet Mittelwinde von 40-70km/h und Böen über 100km/h keine Seltenheit.

Durch die Zufuhr ungewöhnlich milder und feuchter Meeresluft fielen die Tiefsttemperaturen in der Nacht im Norden Deutschlands zum Teil nicht unter 10°C (z.B. in Hamburg), was für Mitte Dezember schon außergewöhnlich ist. Die Niederschlagsmenge, die am nächsten Morgen aus Glasgow gemeldet wurde, war es ebenfalls: 69 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden.

Am Tag erreichte der starke Wind Deutschland, der insbesondere an den Küsten von Nord- und Ostsee sowie auf den Gipfeln der Mittelgebirge Sturm-, vereinzelt sogar Orkanstärke erreichte.

Noch am gleichen Tag spaltete sich ZHARA in zwei Teiltiefs auf. Das ursprüngliche Zentrum (ZHARA I) befand sich vor der norwegischen Westküste, das neue Zentrum (ZHARA II) zog rasch weiter und war in der Nacht zum 15.12. bereits über Finnland angekommen. Während ZHARA I sich langsam auflöste, entwickelte sich ZHARA II über Westrussland zu einem Schneetief. Besonders im Stau des Urals fielen ergiebige Schneemengen.

Dank der beiden anderen Tiefs XYNTHIA und BERRIN konnte ZHARA ihren kräftigen Kerndruck von noch immer 980hPa bis zum 18.12. aufrechterhalten. Ihre Fronten allerdings hatten sich bis dahin aber schon aufgelöst, so dass ZHARA schließlich in XYNTHIA aufging und damit von der Berliner Wetterkarte verschwand.

 


Geschrieben am 26.02.2007 von Matthias Treinzen

Wetterkarte: 14.12.2006

Pate: Gisela Jetter